Wenn das Leben an der Flasche hängt …
Die Kluft zwischen arm und reich wird immer größer, auch in Deutschland. Durch Wirtschaftskriege und die Gier reicher Kapitalisten steigen unsere Kosten immer mehr, ganz gleich, dass unser Einkommen, sei es durch Arbeit oder Sozialleistungen, weiter zu sinken scheint. – Was gestern noch eine nette Geste der Nachbarschaftshilfe war, ist heute eine Notwendigkeit geworden.
Eigentlich sollte Geld genug für alle auf der Welt vorhanden sein, doch das kapitalistische Machtverhältnis ist unausgewogener als noch vor einigen Jahren. Ob das wirklich so ist, kommt tatsächlich auf die Sichtweise an. Manchmal trübt uns das Auge der Vergangenheit und in Wirklichkeit sind nur unsere Sinne geschärft. Wie dem auch sei. In unserer verkorksten Welt geht es heute nur noch ums Geld. Und das ist für sehr viele Menschen eines der knappsten Ressourcen. – Leider haben wir für diese Menschen nicht viel übrig. Noch nicht einmal einen Euro.
Wir alle beschweren uns schon fast täglich über zu wenig Lohn oder, wie es in er heutigen Zeit gerne gesagt wird: Anerkennung. Aber hat jemals einer von euch am 30. eines Monats richtige Angst gehabt die Miete nicht mehr zahlen zu können? Oder kein Strom mehr zu haben? Vom Essen ganz zu schweigen. Wir allen haben uns so einen hohen Standard gesetzt und auch daran gewöhnt, dass wir gar nicht mehr wissen, wie es ist, wirklich zu Leben. – Nicht einfach nur zu konsumieren! Und dabei vergessen wir auch mal wieder, dass für viele, für sehr viele der letzte Weg der Griff zur Flasche sein wird.
Und damit meine ich nicht den Weg zum Alkohol, obwohl ich zugeben muss, dass dies auch einer der bekanntesten Wege ist. – Nein! Mit Nichten! – Ich meine damit, dass viele Menschen ihren Lebensunterhalt mit Flaschensammeln „aufbessern“. Ich schätze, wenn ich jetzt euch sage, dass es 2024 ca. 1,2 Millionen Flaschensammler in Deutschland gab, werdet ihr verdammt dumm schauen? 1,2 Millionen Menschen! – Das ist schon eine Menge. Vor allem, wenn man mal davon ausgeht, wie viel Euronen wir für irgendeinen Scheiß ausgehen. Sehr oft, um Dinge zu kaufen, die wir gar nicht brauchen. Dabei würde sich niemand, auch meine Wenigkeit nicht, einen Zacken aus der Krone brechen, auch mal 5 Euro in die Tasche eines Flaschensammlers legen, statt wieder bei Temu zu bestellen. … Wobei wir auch schon wieder beim Thema „Flasche“ sind.
Wir alle können mit dem Pfandsystem etwas wunderbares Soziales schaffen, ohne auch nur einen Extra-Cent ausgeben zu müssen. Jeder, der keine Angst vor der nächsten Mietzahlung, Stromrechnung oder so hat, sollte seine Pfandware nicht an irgendeinen Automaten verfüttern. Ich finde, wir sollten unsere die pfandigen Güter an Mülleimern von öffentlichen, gut erreichbaren Plätzen abstellen. – Wie Bahnhöfen, Markt- und Kirchplätzen. Nicht in Siedlungen und Nebenstraßen. Das wäre Vermüllung, weil dort niemand nach leeren Flaschen suchen wird.
So praktizieren es auch Jana und ich. Immer wenn wir irgendwo hinfahren, und sei es „nur“ zum veganen Aktivismus, nehmen wir immer Einweg- bzw. Mehrwegflaschen mit Pfandrückzahlung mit. Die leeren Pfandbehälter stellen wir entweder an gut frequentierten Mülleimern ab oder geben einem pfandsammelden Menschen diese Flaschen direkt in der Hand. Wenn jeder bei dieser Kleinigkeit mitmacht, könnte man mit dem Pfandsystem schon etwas Größeres bewirken.
Vielleicht hängt dein Leben auch mal an der Flaschen. – Und wenn nicht deines, dann das eines anderen Menschen. – Vielleicht auch Janas und mein Leben.








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